Über das Stadtarchiv
Das Archiv der Hansestadt Lübeck blickt zurück auf eine über 700jährige Geschichte. Es verwahrt die historische Überlieferung der bis 1937 selbständigen und seither in Schleswig-Holstein integrierten Hansestadt Lübeck, die als „Königin der Hanse“ während des Mittelalters und danach zu den bedeutendsten Metropolen und Handelsstädten Deutschlands gehörte. Aufgrund dieser Geschichte haben die Lübecker Archivalien sowohl große lokale als auch überregionale Bedeutung. Stellenwert und Reichhaltigkeit seiner Bestände sichern dem Archiv der Hansestadt überdurchschnittlich großen Zulauf aus der Stadt selbst, aus ganz Deutschland sowie aus dem Ausland. Unter den Archivkunden sind insbesondere viele Wissenschaftler aus den skandinavischen Ländern. Die Statistik des Lübecker Archivs weist pro Jahr rund 3.300 persönliche Benutzungen aus.
Sie finden bei uns
- 7.000 Regalmeter Archivgut aus neun Jahrhunderten hansischer und lübeckischer Geschichte, darunter zum Beispiel:
- 11.000 mittelalterliche und frühneuzeitliche Urkunden (1183-19. Jh.)
- 10.000 Bürgertestamente (1278-1800)
- 25.000 Akten im Bestand Altes Senatsarchiv Interna (1450-1871)
- 11.800 Akten in den Beständen Altes Senatsarchiv Externa (Lübecks Beziehungen zu deutschen Territorien und außerdeutschen Staaten von Dänemark über Frankreich bis China 1450-1871)
- 12.150 Akten im Bestand Neues Senatsarchiv (1871-1945)
- 6.000 Karten und Pläne
- 2.900 historische Münzen
- 2.800 Bürgerwappen
- 2.800 Akten im Bestand Industrie- und Handelskammer Lübeck
- 220 Familienarchive und Nachlässe
- 215 Stiftungsarchive
- 123 Geschäfts- und Firmenarchive
- 100 Verbands- und Vereinsarchive
- 1 Million genealogische Informationen in der „Personenkartei
- 39.000 Druckwerke zur hansischen und lübeckischen Geschichte in der Dienstbibliothek
Wir leisten für Sie
auf Grundlage des Landesarchivgesetzes und der Aktenordnung der Hansestadt Lübeck.
- Beratung bei der Schriftgutverwaltung und bei der Einführung von Dokumentenmanagementsystemen
- Bewertung und Übernahme von analogen und elektronischen Akten der Stadtverwaltung, von Firmen, Verbänden und Privatpersonen
- Erschließung des mittelalterlichen, frühneuzeitlichen und modernen Aktenmaterials in Online-Verzeichnissen
- Erteilung von Informationen jeder Art zur Geschichte Lübecks und der Hanse, zur Genealogie, zur Haus- und Heimatforschung Entgeltordnung
- durch persönliche Beratung im Lesesaal
- durch Beantwortung schriftlicher und telefonischer Anfragen auf der Grundlage der im Archiv vorhandenen Quellen
- Bestandssicherung und Restaurierung
- Anfertigung von digitalen Reproduktionen Entgeltordnung
- Veröffentlichung wissenschaftlicher und heimatkundlicher Arbeiten
- Führungen von Gruppen durch das Archiv (nach Voranmeldung)
Einen Einblick in unsere Tätigkeit erhalten Sie in den Jahresberichten:
Geschichte
| 1298 |
Erste urkundliche Nennung der Trese in der Lübecker Marienkirche als Aufbewahrungsort der Handfesten bzw. Urkunden der Stadt und der Hanse. | ![]() |
| 1854 | wurde der erste hauptamtliche Archivar eingesetzt. Während seiner Amtszeit entwickelte sich aus dem Urkundenarchiv und der Registratur des Rates durch den Zuwachs der schriftlichen Überlieferung anderer Behörden sowie kirchlicher und privater Einrichtungen das Staatsarchiv der freien und Hansestadt Lübeck. | |
| 1881 | Umzug des Staatsarchivs aus dem Kanzleigebäude in das Haus des ehemaligen Oberappellationsgerichts Königstraße 21. | |
| 1911 | Einrichtung einer zweiten wissenschaftlichen Archivarsstelle. | |
| 1937 | Durch die Eingliederung Lübecks in die preußische Provinz Schleswig-Holstein im Zuge des Groß-Hamburg-Gesetzes erfolgte – etwa zeitgleich mit dem Umzug ins Logenhaus St. Annenstraße 2 — die Wandlung zum kommunalen Archiv der Hansestadt Lübeck. | |
| 1942 | Die zentralen älteren Bestände wurden kriegsbedingt in ein Salzbergwerk in Sachsen-Anhalt ausgelagert. Von dort werden sie nach Kriegsende in die ehemalige DDR und an verschiedene Orte im Gebiet der ehemaligen UdSSR transportiert. | |
| 1961 | Bezug des Archivzweckgebäudes am Mühlendam. | |
| 1987 | Aus der ehemaligen DDR wurde der erste Teil der ausgelagerten Archivalien zurückgebracht, Lieferungen aus der ehemaligen UdSSR erfolgten 1990 und 1998 (aus Armenien). | |
| 1998 | Das Stadtarchiv feiert die urkundliche Ersterwähnung der Trese vor 700 Jahren. | |
| 2010 | Im Archivgebäude am Mühlendamm und in zwei weiteren Depots werden insgesamt 7.000 Regalmeter Archivgut aus neun Jahrhunderten verwahrt. Die schriftliche Überlieferung der Verwaltungsdienststellen wird ergänzt durch Vereinsunterlagen, Firmenschriftgut und zahlreiche andere Privatarchive. Das Archiv der Hansestadt Lübeck gehört dank seiner überregional bedeutenden historischen Quellen, insbesondere der ca. 20.000 mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Urkunden und Testamente, zu den wichtigsten deutschen Stadtarchiven. | |
